Eine Fotobox: Jeder schon mal gesehen, mitgemacht und sich gefragt: „So etwas kann man doch auch selbst machen, oder?“ Stimmt, kann man! Bereits bei einigen Feierlichkeiten konnte ich eine Selbstfotografieanlage bereitstellen. Zunächst allerdings sehr provisorisch: Tablet auf einem Stativ, die Kamera auf einem zweiten, der Blitz auf einem dritten. Um das zu ändern, habe ich eine Fotobox geplant, gebaut und für gut befunden. Was ich verwendet habe, wie ich herangegangen bin und ob ich im Nachhinein etwas anders machen würde, erfährst du in diesem Beitrag. Die Idee der eigenen Fotobox Begonnen hat die Reise der eigenen Fotobox bei den Vorbereitungen für den 80. Geburtstag meines Großvaters, zu dessen Feier der Jahresrundung wir eine Fotobox organisieren wollten. Immerhin hätte die Fotobox auch gemietet werden können. Daher also die Frage, ob ich als Fotograf auch selbst machen kann, oder? Die anschließende Recherche zeigte: Ja, kann man. Software ist verfügbar, eine Kamera habe ich, die kompatibel ist. Für Licht kann ein entkoppelter Blitz sorgen. Sogar einen Hintergrund habe ich aufgrund diverser Portraitshootings bereits. Schließlich wurde in erster Instanz eine Fotostation — noch ohne Box — aufgebaut und zur allgemeinen Erheiterung zur freien Verfügung bereitgestellt. Nach dem ersten Erfolg im Familienkreis kamen auch eine zweite und eine dritte Nachfrage für eine Fotostation. Jedes Mal allerdings drei Stative, diverse Funkverbindungen und ausreichende Ladefüllstände mehrerer Akkus zu organisieren, empfand ich eher als unangenehm: Wenn etwas nicht mehr geht, muss schnell reagiert werden. Das geht aber nicht immer, und so wird schnell aus einer tollen Gemeinschaftsaktivität eine „Geht ja eh nicht“-Sache. Es sollte also eine kompakte, selbstlaufende Möglichkeit her, von sich selbst in amüsanten Verkleidungen Fotos machen zu können. Gut zu transportieren, ohne Akkus, optisch ansprechend … Eine Fotobox. Wie ich rangegangen bin Um die Kriterien eines bedachten Fotografen zu erfüllen, wurde die Box sorgfältig durchdacht. Oder auch: Erst einmal alles notieren, was ich erwarte und was sich als nützlich erweisen könnte. Fast alles davon wurde für die Fotobox übernommen. Im Folgenden findest du die Dinge, die ich verbaut bzw. verwendet habe. Die Box Für die Box selbst habe ich mir Holz im nahegelegenen1 Holzfachmarkt Dickert besorgt. Die Fachleute konnten mich bei meinem Vorhaben hervorragend unterstützen und haben (da das ursprünglich geplante Holz nicht vorrätig war) mit mir die Alternative neu durchgerechnet. Statt 21er Siebdruckplatten wurden es 18-mm-Multiplexplatten, um eine Box in der Größe 30 × 40 × 50 cm zu bauen. Die aufliegende Tür wurde mit Schwerlast-Scharnieren befestigt. Ein Schlossriegel samt Vorhängeschloss sorgt dafür, dass auch keiner mal eben an der Box „Verbesserungen“ vornimmt. Für die Lüftung sollten ein USB-Lüfter einerseits und Lüftungsschlitze andererseits Sorge tragen. Um die Box auch transportieren zu können, helfen Kisten-Tragegriffe. Aufgesteckt wird die Fotobox auf ein Lautsprecherstativ. Dazu ist ein sogenannter Flansch eingebaut worden. Die Geräte erhalten ihren Strom über eine Verteilerdose mit USB-Anschlüssen. Diese hat auch hinreichend Kapazität für eventuelle Erweiterungen und ein schön langes Kabel. Die Technik in der Fotobox Bei der Technik habe ich mich teilweise meiner bestehenden Hardware bedient. Das wären zum einen eine Nikon D7200 als Kamerabody sowie ein Microsoft Surface Pro 8 als Tablet, um Software zu betreiben und die Bilder anzuzeigen. Um den dauerhaften Strom zu gewährleisten, habe ich mir einen Dummy-Akku passend zur Kamera gekauft. Befestigt wurde die Kamera mittels Stativkopf direkt an der Box. Beim Licht wollte ich ebenfalls auf eine strombetriebene Variante setzen, um die Vorschau zu gewährleisten sowie die Bildqualität bei dunkleren Szenarien beibehalten zu können. Allerdings wollte ich auch ein möglichst kompaktes Set-up. So entschied ich mich für das Rollei LUX 100W Bi-Color Dauerlicht. Die kompakte Größe erlaubt leichtes Verstauen, und die Leistung reicht (bei 50 % Leuchtkraft) leicht aus, um eine Gruppe zu erleuchten. Dazu ein kompakter Lichtschirm, ein Blitzneiger zur Befestigung sowie eine Stativ-Mittelsäule und Innengewindehalterung. Requisiten Selbstverständlich dürfen beim Betreiben einer Fotobox die Requisiten nicht fehlen. Bärte, Perücken, Schilder: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Unter dem Begriff Fotorequisiten finden sich allerhand lustige Verkleidungsmöglichkeiten! Die Utensilien befinden sich sortiert und gut transportierbar in durchsichtigen Boxen, sodass sie auch schnell gegriffen und bereitgestellt sind für das nächste Event. Ergebnis Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen! Die Box lässt sich hervorragend transportieren, ist mit einem Stromkabel und einem Stativ aufgestellt und bedarf weniger Handgriffe für den Betrieb. Keine drei Stative, kein Kabelgefrickel: Einfach eine Box aufstellen und ab geht’s. Genau so habe ich es mir vorgestellt. Zudem ist im Innenleben noch genügend Platz, um z. B. ein Ladegerät für Kameraakkus unterzubringen. Es ist so etwa bei einem Event möglich, die Akkus zu laden, sollten sie doch mal schneller aufgebraucht sein als erwartet. Und da die Tür auf der Rückseite ist, stört das auch nicht den Betrieb der Fotobox! 🦊 Aber sieh selbst: Beschaffungsliste für (m)eine Fotobox Hier noch einmal die (hoffentlich) vollständige Liste meiner Beschaffungen für die Fotobox. Die Interessierten, die selbst eine Fotobox bauen möchten, haben hiermit eine gute Grundlage für den Bau der Fotobox. Requisiten Box Das Holz meiner Box habe ich im Holzmarkt gekauft. Selbstverständlich ist es auch möglich, selbst zu sägen oder sich fertige Korpi im Internet zu bestellen. Ich wollte selbst basteln, und für diejenigen, die nicht Gefahr laufen, sich Finger abzusägen, würde ich diese Lösung empfehlen, da es kostengünstiger ist und dazu Spaß macht — gerade als Ausgleich zum Bürojob! Kamera Die Kamera darf gut und gerne eine aus dem Schrank sein. Falls keine mehr vorhanden ist, sind gebrauchte Kameras bei z. B. Calumet, Kleinanzeigen oder anderen Plattformen ein guter Weg, um Geld zu sparen, denn die neueste Kamera muss es für eine Fotobox nicht sein. Als Objektiv empfiehlt sich eines mit niedriger Brennweite aka weitem Aufnahmewinkel, um auch große Personengruppen leicht aufnehmen zu können. Beispiele siehe Links. Tablet / PC Auch hier gibt es verschiedene Optionen, wie ein solches Set-up aussehen könnte. Da ich noch ein funktionales Tablet hatte, fiel die Wahl auf die Nutzung ebendieses Tablets. Bei einer Neuanschaffung kann das aber schnell teuer werden — je nach eingesetzter Software. Eine mögliche Alternative stellt daher die Beschaffung eines Mini-PCs in Kombination mit einem Touch-Monitor dar. So kann